Fast alle Unfälle im Strassenverkehr sind auf menschliche Fehler zurückzuführen. In modernen Autos sorgen Fahrerassistenzsysteme für mehr Sicherheit. In ihrer neuen Präventionskampagne veranschaulicht die BFU die Leistungsfähigkeit der Systeme anhand von Vergleichen mit Tieren. Dabei thematisiert sie auch, dass die Systeme an Grenzen stossen.

 

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Fahrerassistenzsysteme sind mit modernster Sensortechnologie ausgestattet. Die Systeme reagieren schnell, sind nie abgelenkt, werden nie müde und können so bis zu 50 % aller schweren Verkehrsunfälle verhindern. Insgesamt verunfallen auf Schweizer Strassen jedes Jahr gegen 4000 Menschen schwer, rund 220 sterben. Damit die Systeme ihre volle Wirkung entfalten können, müssen sie in allen Fahrzeugen eingebaut sein und auch richtig genutzt werden.

Tierisch gute Fähigkeiten

Ab Mitte Jahr sind in der Schweiz nur noch Neuwagen zugelassen, die über bestimmte sicherheitsrelevante Fahrerassistenzsysteme wie Notbrems- und Spurwechselassistent verfügen. Umso wichtiger ist es, dass die Fahrzeuglenkenden die Funktionsweise dieser Technologien verstehen.

Die BFU lanciert deshalb eine neue Präventionskampagne, die das Sicherheitspotenzial, aber auch die Funktionsgrenzen der Fahrassistenten aufzeigt. Dabei vergleicht sie die Systeme mit den Fähigkeiten von Tieren. So kann der Gepard nicht nur auf 110 km/h beschleunigen, sondern auch innerhalb von wenigen Metern wieder stillstehen. Der Notbremsassistent bremst ein Auto aufgrund der auftretenden Energien zwar nicht so schnell, ist aber ähnlich effektiv. Das System reagiert sofort und kann dadurch im Idealfall eine Kollision verhindern oder zumindest die Aufprallgeschwindigkeit und damit die Verletzungsschwere reduzieren.

Ein wirksamer Schutz vor Kollisionen bietet auch der Spurwechselassistent, auch Totwinkelassistent genannt. Er überwacht den Verkehr rund um das eigene Auto. Setzt die Lenkerin oder der Lenker zum Spurwechsel an, warnt er vor Fahrzeugen und Personen, die sich in unmittelbarer Nähe befinden. Diese Rundumsicht hat der Mensch nicht – im Gegensatz zum Chamäleon. Bei der Entwicklung der Kampagne hat die BFU ebenfalls modernste Technologie verwendet. Sämtliche Kampagnenmotive sind mit künstlicher Intelligenz entstanden.

Grenzen und Verantwortung kennen

Der Nutzen von sicherheitsrelevanten Fahrerassistenzsystemen ist gross. Entscheidend ist jedoch, die Fahrerassistenzsysteme als Co-Piloten zu verstehen. Die BFU empfiehlt, sich deshalb immer gut zu informieren, welche Systeme im Auto verbaut sind und wie sie funktionieren. In bestimmten Situationen stossen heutige Assistenzsysteme an ihre Grenzen, zum Beispiel bei Regen, Nebel oder Schneefall. Die Lenkerinnen und Lenker bleiben während der gesamten Fahrt in der Verantwortung. Dessen müssen sie sich bewusst sein und am Steuer auch mit eingeschalteten Fahrerassistenzsystemen immer aufmerksam bleiben.

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