Die Georges Riederer AG hat drei vollelektrische Renault Trucks Master E-Tech für den Tech-Medikamente Transport übernommen.

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«Ich möchte dabei sein und im Zusammenhang mit der Dekarbonisierung auch im Lieferwagen-Bereich langsam auf andere Antriebsstränge umstellen mit dem Ziel, CO2-neutral zu fahren», sagte Georges Riederer vom gleichnamigen Spreitenbacher Transportunternehmen bei der Übernahme dreier vollelektrischer E-Tech Master bei Renault Trucks (Schweiz) AG in Dietikon, der ersten Fahrzeuge dieser Art weltweit.

Georges Riederer präzisiert «Wir erleben jetzt eine erste Phase, wissen aber noch nicht genau, wo es hingeht. Unsere Kunden, wie zum Beispiel Galexis, einer der grössten Medikamenten- und Heilprodukte-Anbieter des Schweizer Gesundheitsmarktes, legen aber Wert darauf, dass die Produkte CO2-frei an die Verkaufsstellen geliefert werden.» Die elektrischen Master werden vor allem für den Medikamententransport «auf der letzten Meile» zu Apotheken und Drogerien schweizweit eingesetzt: «elektrisch in der Stadt, leise und emissionsfrei.» Tarcis Berberat, Managing Direktor der Renault Trucks (Schweiz) AG betonte: «Viele reden davon umzustellen, die Georges Riederer AG tut es. Tatsächlich handelt es sich bei den Master E-Tech, dem in der Schweiz am meisten verkauften Modell dieser Klasse, um eine Weltpremiere, was Medikamente-Transporter anbelangt, da die für Medizinaltransporte zertifizierten Kofferaufbauten ebenfalls elektrisch gekühlt werden.»

Das Renault Trucks Chassis

Der Master E-Tech 3,5-Tonner verfügt über Vorderachsantrieb, über den er die Kraft der 33-kWh-Batterie auf die Strasse bringt. Seine Reichweite beträgt zwischen 120 (WLTP) und 200 Kilometer (NEDC), je nach den herrschenden äusseren Bedingungen. Chassis und Aufbau sind gewichtsoptimiert, so dass er es auf etwas über 800 Kilogramm Nutzlast bringt. «Er erfüllt problemlos die Last-Mile-Anforderungen der Georges Riederer AG.» Eine Rückfahrkamera macht den Heckbereich des Master E-Tech übersichtlich, dem man nur ansieht, dass er elektrisch fährt, weil ein grosses Stecker-Symbol samt Kabel die Koffer-Seitenwand ziert. Die Fahrzeugbatterie kann über den Schnelllader innerhalb zwei Stunden auf 80 Prozent aufgeladen werden.

Zertifizierter Aufbau der Dörsam Fahrzeug- und Klimatechnik GmbH

Der für den Medikamente-Transport zertifizierte Aufbau der Dörsam Fahrzeug- und Klimatechnik GmbH in Mörlenbach im Odenwald, Deutschland, ist völlig autark und vom Chassis getrennt. Zwei 60 Kilogramm schwere Batteriepacks sorgen für Kühlung bzw. Heizung des Koffers. Sie werden über eine Steckdose oberhalb der Beifahrertür geladen. Die Batterien und die Elektrotechnik sind hinter einer zweiten Rückwand im Koffer untergebracht. «Kühlen bzw. heizen kann man damit sechs bis zehn Stunden, je nach Umgebungstemperatur, auch wenn das Fahrzeug steht», erklärte Horst Dörsam, Geschäftsführer der Dörsam Fahrzeug- und Klimatechnik. Der isolierte Kühlkoffer ist über eine breite Hecktür zugänglich, ein transparenter Lamellenvorhang sorgt beim Be- und Entladen für gleichbleibende Innentemperatur. In der Fahrzeug-Kabine sind zwei Trennschalter installiert, mit denen der Fahrer/die Fahrerin die Elektrik abschalten kann, wenn das Fahrzeug länger als zwei Tage steht. Zudem gibt es einen Energiesparschalter um die Batterien vor Entladung zu schützen.

Der Aufbauer Dörsam pflegt schon lange Geschäftsbeziehungen mit der Georges Riederer AG. Aber auch zum Schweizer Markt: «Schon in unserem ersten Jahr 2017 haben wir für die Schweizer Kunden bereits rund 100 Fahrzeuge aufgebaut», so Horst Dörsam. Die Firma ist auf kundenspezifische Aufbau- und Sonderlösungen im Medikamenten- und Kühltransport spezialisiert.

Übrigens: Die Georges Riederer AG macht auch bei der Dekarbonisierung der schweren Klasse Ernst. Sie hat bei der Renault Trucks (Schweiz) AG bereits eine vollelektrische Sattelzugmaschine (Renault Trucks T E-Tech) mit 540 kWh Batterieleistung und einer Reichweite von rund 400 Kilometern geordert.

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