In Europa wächst die Ladeinfrastruktur für Elektroautos kräftig. Die Unterschiede von Land zu Land sind aber enorm. Deutschland und die Niederlande vereinen die Hälfte aller Ladepunkte auf sich.

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Ende letzten Jahres waren in den 27 Ländern der EU rund 330'000 öffentliche Ladepunkte für Elektroautos verzeichnet. Das ist mehr als das Sechsfache als noch 2015. Schnelllade-Anschlüsse (DC) machen dabei einen Anteil von 8 % aus. Diese Zahlen hat die Lobbyorganisation ChargeUp Europe zusammengetragen.

Das bedeutet rund 73 Ladepunkte pro 100'000 Einwohner. Die Steckdosen- respektive Ladekabel-Verteilung ist allerdings sehr unterschiedlich. Europameister in Sachen Dichte des öffentlichen Lade-Netzwerkes sind die Niederlande. Hier kommen auf 100'000 Einwohner 700 Ladepunkte, in Luxemburg sind es 400. In absoluten Zahlen machen Deutschland und die Niederlande rund die Hälfte aller Ladesäulen in der EU aus.

Ladeinfrastruktur: West-Ost-Gefälle

In dieser Rangliste folgen Schweden, Belgien und Österreich. Die Schweiz, mit etwa 113 Ladepunkten pro 100'000 Einwohner, schafft es auf Rang sechs. In den beliebten Reiseländer Frankreich und Italien sind Ladepunkte etwa dreimal seltener als in der Schweiz. Die EU-Schlusslichter kommen aus dem Osten: Polen mit 5, Bulgarien und Griechenland mit 4.

Sehr ungleich verteilt ist auch die Ladeleistung. So gibt es laut dieser Zusammenstellung in Griechenland keine DC-Schnelllader, in Litauen beträgt der DC-Anteil zwei Drittel.

Elektroautos DACH: geladen wird zuhause

Geladen wird das E-Auto auch nicht überall an denselben Orten. In der Region DACH (Deutschland, Österreich, Schweiz) überwiegt das Laden zuhause. In diesen drei Länder sind gemäss ChargeUp derzeit rund 80 % aller europäischen Heimladestationen installiert. In Frankreich oder in den nordischen Ländern wird der Stromer meist am Arbeitsplatz getankt.

ChargeUp geht davon aus, dass sich die Zahl der Ladeplätze (öffentlich und privat) bis 2030 verzehnfachen wird. Der Anteil der Elektroautos am gesamten Stromverbrauch dürfte sich von heute 0,3 auf etwa 4 % erhöhen.

 

Quelle: https://insideevs.com/news/583132/charge-up-europe-charging-report/

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