In der Umweltarena sind die ersten batterieelektrischen Sattelzugmaschinen des Typs Renault Trucks E-Tech T an die Transportunternehmen Hugelshofer Logistik AG und Schöni Transport AG übergeben worden.

 

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Im Konferenzraum «Hippolyt Saurer» der Spreitenbacher Umweltarena wies Tarcis Berberat, Managing Director Region Switzerland, Austria and Adriatics im Rahmen der Begrüssung zahlreicher Gäste nicht nur darauf hin, dass Renault Trucks in der Schweiz, «wenn nicht in ganz Europa», Marktführerin bei den Elektrolastwagen sei. «Zeitgleich ist auch in Slowenien der allererste Renault Trucks E-Tech übergeben worden. Damit ist Renault Trucks bei den elektrischen Lastwagen auch in den adriatischen Ländern die führende Marke.»

Bei Renault Trucks ist die Elektrifizierung Tatsache

«Die Elektrifizierung ist da», betonte Berberat. Seit 2020 hat Renault Trucks in der Schweiz 359 elektrische Fahrzeuge ausgeliefert, davon sind 40 Prozent schwere Nutzfahrzeuge mit einer Fahrleistung von 1.5 Millionen Kilometern. Weiter wies er auf die Verkehrssituation in der Schweiz hin: Das Strassensystem der Schweiz ist bereits heute überlastet. Die hohe Verkehrsdichte auf den Autobahnen führt zu Engpässen, die den Transport behindern und zu hohen Staukosten führen. Gleichzeitig nimmt das Transportvolumen zu. Er dankte Bundesrat Albert Rösti, dem Vorsteher des UVEK, daher ausdrücklich für die Empfehlung, die A1 auf sechs Spuren auszubauen.

Ausbau der Ladeinfrastruktur

Im Zusammenhang mit der «Dekarbonisierung» wies er auf die erforderliche Ladeinfrastruktur für schwere Nutzfahrzeuge hin. Laut einer im November 2023 an den Bundesrat übermittelten Studie, sollen bis 2030 in der Schweiz 9000 elektrische Lastwagen unterwegs sein, was 15 Prozent des Gesamtbestandes entspricht. Bis 2040 sollen 50 Prozent des Bestandes batterieelektrisch fahren. «Unsere Kunden leisten einen erheblichen Beitrag zur Dekarbonisierung», betonte er. Allerdings benötigen sie ausreichende Ladekapazität. Das Investitionsvolumen wird gemäss einer Studie zur Elektromobilität bis 2030 auf bis zu 175 Millionen Franken für 15 Schnelllade-Hubs geschätzt. «Hier organisieren sich die Unternehmen vorläufig selbst – mit dem sogenannten Depot-Charging. Ob wir aber genug Strom haben werden? Mangellage ist für uns kein Thema». Laut der Studie «Schellladehubs für E-LKWs in der Schweiz» erhöht sich der Energiebedarf durch elektrische Lastwagen um sieben Prozent.

Renault Trucks: Netto-null bis 2050

Der Präsident von Renault Trucks, Bruno Blin, würdigte die Location für die Übergabe der elektrischen LKW: «In der Umweltarena sind wir genau am richtigen Ort». Die Elektrifizierung der Nutzfahrzeuge sei nicht nur für die Transportunternehmen, unsere Kunden, eine regelrechte Revolution, sondern auch für die Industrie, uns, die Hersteller, betonte er. «Wir haben 1000 neue Ingenieure angestellt.» Wobei er überzeugt sei, dass «der Grossteil der Nutzfahrzeugflotte bis 2040 elektrisch sein wird». Alternativantrieben wie Brennstoffzelle oder Bio-Treibstoffen mass er «eine eher begrenzte Bedeutung» bei. «Einfach nur elektrische Lastwagen zu bauen, genügt bei weitem nicht um CO2-Neutralität zu erreichen», so Blin. Er verwies auf die dreispurige Strategie bei Renault Trucks im Zusammenhang mit der Dekarbonisierung bzw. dem «1.5 Grad-Klimaziel»: Das betrifft die Aktivitäten im eigenen Unternehmen, die Energieeinkäufe und das Vermeiden indirekter CO2-Emissionen. Renault Trucks möchte bis im Jahr 2050 netto-null erreichen.

Einfach E-Lastwagen zu bauen, genügt nicht

Die bisherigen Anstrengungen von Renault Trucks zugunsten der «Energiewende» beschrieb Blin folgendermassen: «Im europäischen Markt haben wir bei den elektrischen Nutzfahrzeugen 19 Prozent Marktanteil erreicht, in Frankreich sind es 80% (Q3/2023).» Renault Trucks hat im Montagewerk Blainville-sur-Orne bislang 2000 mittelschwere elektrische Lastwagen produziert. Im November begann die Serienproduktion der schweren Renault Trucks E-Tech T und C in Bourg-en-Bresse, im vierten Quartal die des neuen Renault Trucks Master sowie des Renault Trucks E-Tech Trafic. Der Wechsel zur Elektromobilität beschleunigt sich zunehmend. Durch die Kleuster-Kooperation bietet Renault Trucks darüber hinaus elektrische Lastenvelos für die letzte Meile an. In der Umweltarena liess sich Bruno Blin im Abschluss an einen Rundgang durch die Ausstellung nicht nehmen, eine Runde im «Microlino» zu drehen, dem elektrischen zweisitzigen Stadtauto, das «in der Schweiz geboren ist» und in Turin handgefertigt wird.

Die beiden E-Tech T von Renault Trucks

Die Renault Trucks E-Tech T sowie sein Schwestermodell E-Tech C sind wahre Alleskönner und decken nahezu alle Anforderungen im städtischen Bauwesen und regionalen Verteilerverkehr ab. Von Warentransport über Materialbeförderung bis hin zur Entsorgung von Industrieabfällen. Die Lancierung der elektrischen Varianten bieten neue Möglichkeiten, um regionale Aktivitäten CO2-neutral zu gestalten. Die Modelle Renault Trucks E-Tech T und C sind als 4x2- und 6x2-Sattelzugmaschinen mit tiefem Fahrerhaus und einem Radstand von 3.900 mm erhältlich. Die LKW-Konfiguration bietet zudem 4x2-, 6x2- und 8x4-Tridem-Optionen mit kurzer oder tiefer Kabine und elf verschiedenen Radständen von 3.900 bis 6.700 mm. Die elektrischen Flaggschiffe sind mit drei Elektromotoren ausgestattet, welche gesamthaft bis zu 660 PS resp. 490 kW auf die Strasse bringen.

Das Herzstück der Renault Trucks E-Tech T und C sind ihre vier bis sechs leistungsstarken Lithium-Ionen-Batteriepakete mit einer Gesamtleistung von 390 bis 540 kWh. Diese Kraftpakete sind darauf ausgerichtet, den individuellen Bedürfnissen der Kunden in Bezug auf Reichweite und Nutzung gerecht zu werden. Das Aufladen der Batterien erfolgt mit Wechselstrom (AC) bis zu 43 kW oder mit Gleichstrom (DC) bis zu 250 kW.

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