ZF

Mit der zunehmenden Automatisierung, Elektrifizierung und Vernetzung von Nutzfahrzeugen werden Technologien zur Bewegungssteuerung wichtiger, damit die immer komplexeren Bordsysteme geregelt werden können.

 

 

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  • ZF integriert Nutzfahrzeug-Know-how in Fahrwerk-Software cubiX
  • Bereit für automatisiertes Fahren: ZF ermöglicht mit cubiX eine schlüsselfertige Lösung für Nutzfahrzeuge
  • Neue Funktionen auch für Pkw: cubiX nutzt intelligenten Reifenalgorithmus Sightline von Goodyear

Darüber hinaus erfordert die Entwicklung hin zum Software-definierten Lkw und die damit einhergehende E/E-Architektur neue Ansätze. Genau für diesen Zweck hat ZF die Steuerungssoftware cubiX konzipiert. Das ursprünglich für Pkw entwickelte System ist bereits erfolgreich in Serie. Aufbauend auf jahrzehntelanger Erfahrung bietet der Technologiekonzern cubiX nun auch für Nutzfahrzeuge an. ZF schafft damit eine ganzheitliche Software-Plattform für die unterschiedlichsten Anforderungen in der Beherrschung der fahrdynamischen Freiheitsgrade.

Wie bei Pkw nehmen auch bei Nutzfahrzeugen die elektronischen Steuerungsfunktionen zu. Mit dem Aufkommen neuer elektrischer und elektronischer Fahrzeugarchitekturen können in Zukunft alle Fahrzeugaktuatoren – einschließlich Bremsen, Antriebsstrang und Lenkung – durch eine zentrale Steuerungssoftware zusammenhängend gesteuert werden. Hier kommt cubiX ins Spiel: Die ZF-Software steuert alle Aktuatoren, um Fahrzeugstabilität, Sicherheit, Präzision und Leistung zu gewährleisten. Das ZF-System ist nun auch für Nutzfahrzeugkunden verfügbar, angepasst an deren individuelle Bedürfnisse und umfasst neben der Software auch die erforderliche Hardware sowie Integrations- und Systementwicklungsservices.

Mit der Markteinführung von cubiX für Nutzfahrzeuge zeigt ZF, wie das Unternehmen durch divisonsübergreifende Zusammenarbeit Synergien im Konzern nutzt, um Kunden schnelle und kosteneffiziente Lösungen anbieten zu können.

„Mit der Software-Plattform cubiX sind wir auf den nächsten großen Schritt hin zum softwaredefinierten Nutzfahrzeug vorbereitet. Denn automatisierte und hoch-automatisierte Anwendungen werden dort in den kommenden Jahren zunehmen“, erklärt Dr. Holger Klein, Vorstandsvorsitzender des ZF-Konzerns. „Es war schon immer eine Stärke von ZF, innovative Technologien, die wir zunächst für eine Mobilitätsanwendung entwickelt haben, auf mehrere Segmente zu übertragen.“

Prof. Dr. Peter Laier, ZF-Nutzfahrzeugvorstand und auch für die Division Industrietechnik verantwortlich, sagt: „Unsere Nutzfahrzeugkunden profitieren einmal mehr von dem gebündelten Know-how des ZF-Konzerns in der Software- und Funktionsentwicklung. Diese zentrale Kompetenz wird bei der Integration moderner Assistenzsysteme, die die Sicherheit von Nutzfahrzeugen deutlich erhöhen können, immer wichtiger.“

Großes Potenzial für automatisierte Anwendungen

cubiX arbeitet mit allen intelligenten Fahrersystemen sowie der Fahrzeugaktuatorik zusammen, um die erforderliche Sicherheit, Präzision und Leistung des Fahrzeugs in anspruchsvollen Fahrszenarien wie z.B. Logistikzentren oder Häfen zu gewährleisten. Gerade dort liegen die Möglichkeiten für den Einsatz automatisierter Technologien zeitlich näher als auf öffentlichen Straßen. Damit ist cubiX für Nutzfahrzeuge eine Basistechnologie für eine höhere Automatisierungsstufe.

Automatisiert fahrende Lkw in Logistikzentren oder Häfen können die Effizienz und Produktivität erheblich steigern und gleichzeitig wichtige Probleme in der Logistikbranche lösen – wie zum Beispiel den anhaltenden Fahrermangel. Mit cubiX vereinfacht ZF die Arbeit für Fahrzeughersteller und Endkunden. Die Nutzfahrzeughersteller können sich auf ihre Kernkompetenzen fokussieren. ZF testet die Software derzeit mit Erfolg im Feld unter realen Bedingungen. In einer Langzeit-Pilotstudie auf einem Logistik-Betriebshof in Deutschland hat sich der Einsatz von cubiX bereits bewährt.

Vorbild cubiX im Pkw

Im Pkw-Bereich ist cubiX bereits in Serienfahrzeugen im Einsatz und überzeugt auch hier Hersteller mit seinem modularen Aufbau. Denn durch ein standardisiertes Angebot an Basisfunktionen schafft ZF Synergieeffekte bei der Entwicklung und Optimierung von fahrspezifischen Funktionen. Mit der Funktion „Variable Driving Characteristics“ können Fahrerinnen und Fahrer beispielsweise den Fahrcharakter eines Autos individuell anpassen – von ruhigem und komfortablem Cruisen bis hin zu agilen und sportlichen Sprints. Im Vergleich zum bisher üblichen „Sport-Modus“ verändert cubiX nicht nur die Lenkkraft, sondern auch die Reaktion des Fahrzeugs auf den Lenkeingriff. Mit der Funktion „Trailer Stability Assist“ lässt sich die Schwingungsgefahr von Anhängern minimieren, die ab einer bestimmten Geschwindigkeit eintritt – und eine Gefahr für die Stabilität des gesamten Gespanns darstellt. Die in cubiX verfügbare Assistenzfunktion korrigiert dies gezielt, übersichtlich und zeitnah und erhöht so die Stabilität und Sicherheit, ohne dass das Fahrzeug seine Reisegeschwindigkeit reduzieren muss.

In Zusammenarbeit mit dem Reifenhersteller Goodyear hat ZF die Steuerungssoftware cubiX um „SightLine“ erweitert. Dieses Portfolio intelligenter Reifentechnologien nutzt Reifendaten, um wertvolle Informationen über den Straßenzustand zu erhalten. „SightLine“ kann Aquaplaning-Situationen frühzeitig erkennen und eine optimale Geschwindigkeit empfehlen, um das Fahrzeug besser zu kontrollieren. Wird ein erhöhtes Aquaplaning-Risiko erkannt, reduziert cubiX die Geschwindigkeit, unterstützt den Fahrer bei seiner Reaktion und hilft dabei, das Fahrzeug zu stabilisieren.

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