Der europäische Hersteller-Verband ACEA verliert zwei gewichtige Mitglieder. Stellantis und Volvo können sich mit dem Verteidigungskampf für den Verbrennungsmotor nicht mehr identifizieren.

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Volvo tut es Stellantis gleich und tritt aus dem europäischen Autolobbyverband ACEA aus. Als Grund werden unterschiedliche Einstellungen zur Nachhaltigkeit und zur Verkehrswende genannt. Die ACEA wurde 1991 gegründet und organisiert derzeit 16 auf dem Kontinent tätige Auto-, LKW- und Bus-Hersteller.

Unter dem Dach von Stellantis fahren so unterschiedliche Marken wie Chrysler, Alfa Romeo, Citroen, Fiat, Jeep, Maserati, Lancia, Opel, Peugeot, Vauxhall, RAM und Dodge. Damit und dem Austritt von Volvo verliert die ACEA einen Viertel des europäischen Automobilabsatzes.

Volvo: Andere Positionen als ACEA

In einer Erklärung erklärte Volvo, dass seine Ambitionen in Bezug auf die Elektrifizierung «zum jetzigen Zeitpunkt nicht vollständig mit der Positionierung und Arbeitsweise der ACEA übereinstimmen. Wir glauben daher, dass es besser ist, einen anderen Weg einzuschlagen.»

Die ACEA, die von BMW-Chef Oliver Zipse geleitet wird, hat sich gegen die jüngste Entscheidung der Europäischen Union gewandt, den Verkauf von Verbrennungsmotoren ab 2035 zu verbieten.

Zipse ist zwar grundsätzlich mit dem Ziel einverstanden, doch sei dieses «nur mit einem massiven Ausbau der Lade- und Betankungsinfrastruktur zu erreichen.» Der BMW-Chef mahnte, dass «Volatilität und Unsicherheit bedeuten, dass jede langfristige Regulierung, die über dieses Jahrzehnt hinausgeht, in diesem frühen Stadium verfrüht ist. Stattdessen ist eine transparente Überprüfung auf halbem Wege erforderlich, um Ziele für die Zeit nach 2030 zu definieren».

Am besten für alle

Volvo-CEO Jim Rowan ist da anderer Meinung. «Warum sollten wir nicht öffentlich und lautstark sagen, dass wir glauben, dass dies das Beste für unser Geschäftsmodell, unsere Kunden und den Planeten ist», sagte er in einem Interview mit Automotive News Europe im Juni.

Die Haltung von Stellantis gegenüber der Elektrifizierung ist regional unterschiedlich. Zwar will das Unternehmen bis 2030 in Europa 100 Prozent auf E-Autos umstellen, in den USA jedoch nur zu 50 Prozent.

Kommentare
Robert Tobler

Gut, dass sich einige dem Elektro-Wahn widersetzen. BMW will, dass alle Technologien weiterentwickelt werden können.

Moser Friedrich

Ich stimme Herrn Robert Tobler absolut zu. Nur schon wegen der Strommangellage ist es nicht sinnvoll andere CO2 neutrale Technologien zu verbieten. Um so mehr dass mit der Gewinnung der Rohstoffe für die E-Autos grosse Umweltschäden verursacht werden. Man kann annehmen dass die Leute die eine Technologie verbieten wollen nichts mit der Entwicklung in der Zukunft am Hut haben.

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