Nahe der griechischen Küstenstadt Thessaloniki durften Medienschaffende aus ganz Europa die neuen Volvo Aero (er)fahren. Bei schönstem Wetter und warmen 26 Grad führte uns die Strecke von Thessaloniki vorbei am Limni Volvi See bis Asprovalta, weiter nach Nea Peramos und über etwas hügeligeres Gebiet wieder zurück nach Thessaloniki. Die Strecke bestand aus vier Abschnitten auf insgesamt 320 Kilometern, sodass je einmal mit dem Volvo FH Aero, dem FH16 Aero, dem FH Aero Electric und dem Volvo FM gefahren werden konnte.

 

 

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Stattlich glänzt die aus 12 Fahrzeugen bestehende Volvo-Flotte in der griechischen Morgensonne. Jeder Medienschaffende bekommt sein Fahrzeug für die erste Etappe zugeteilt. So auch die Textverfasserin. Diese fährt als erste los in den – leicht chaotischen – Morgenverkehr Griechenlands. Kaum aus der Stadt, wird der Verkehr aber um einiges gelassener. Bergauf zieht der Volvo FH Aero mit 460 PS und knapp 40 Tonnen Betriebsgewicht locker an den oft alten griechischen Lastwagen vorbei. Kaum aber etwas Gefälle lassen es die einheimischen Fahrer rollen. Das Volvo I-Shift Getriebe schaltet in jeder Situation makellos die Gänge. Die verstärkte dreistufige Motorbremse tut ihren Dienst, wird aber der Bremsprogrammschalter am Zusatzbremshebel betätigt, ist die Bremsung deutlich effizienter. Die Lenkbewegungen sind dank Dynamic Steering sehr geschmeidig und trotzdem fährt der Volvo wie auf Schienen. Für uns ist es die erste Fahrt mit einem Volvo mit dem Camera-Monitor-System. Schon die herkömmlichen Rückspiegel waren bei Volvo sehr elegant und dank der smarten Konstruktion wurde dem Fahrer wenig Sicht um die A-Säule genommen. Auch die Displays sind hier in dieser Hinsicht besser als bei anderen Herstellern gesehen. Auch bei extremem Sonnenlicht sind alle Details um den Lkw herum bestens zu erkennen. Am linken Monitor kann über einen Schalter der Sichtwinkel verändert werden und die Kameras mittels Infrarotlichtunterstützung auf Nachtsicht umgeschaltet werden. Dies ermöglicht eine viel bessere Sicht nach hinten in der Dunkelheit oder bei Regen. Ein wenig vermissen wir eine 360° Kamera, sowie ein «Corner Eye», welches den Spiegel für die Front und den Rampenspiegel ersetzen würde. Trotzdem ist die Rundumsicht richtig gut und ausreichend. Schon nach wenigen Kilometern vergisst man, dass man in Monitore statt in herkömmliche Rückspiegel schaut.

Wir lassen den Volvo FH Aero 460 I-Safe (Turbocompound) über die hügelige griechische Autobahn rollen. Mit aktiviertem Tempomaten schaltet sich I-See ein. I-See optimiert Geschwindigkeit, Gangwechsel, Motordrehmoment, Schubbetrieb und I-Roll unter Berücksichtigung der jeweiligen Route. Die erweiterte I-See-Funktion übermittelt jetzt auch die Topografie, Kurven, Kreisverkehre und Verkehrsinformationen in Echtzeit. Auch an diesem System gibt es nichts auszusetzen.
Der Volvo FH Aero wurde als energiesparendes Fahrzeug konzipiert – mit Elektro-, Gas- oder Dieselantrieb. Die neue, aerodynamisch gestaltete, verlängerte Frontpartie des Volvo FH Aero trägt zu weniger Luftwiederstand bei und senkt den Kraftstoffverbrauch um bis zu 5%. Unser Testfahrzeug gleitet fast lautlos dahin. Weder Motor- noch Windgeräusche stören unsere Fahrt. Nach der ersten Etappe parken wir neben Palmen und Meer den ersten Sattelschlepper.

Nach einer kurzen Pause geht es weiter mit dem stärksten Pferd im Stall, dem Volvo FH16 Aero 780. Wer schon den 750 PS starken Vorgänger gefahren ist, ahnt, dass dieses Fahrzeug ein echter Kraftprotz ist. So ist es dann auch. Es fühlt sich an wie eine schöne Melodie, wenn man auf das Zusammenspiel vom neuen Motor D17 und dem I-Shift achtet. Man kann fast das triumphierende Lachen des 780 PS starken Volvo Truck hören, wenn er die gemütlichen Steigungen der griechischen Autobahn in Angriff nimmt. Vor allem auch in den tieferen Gängen spürt man die fast endlose Kraft des neuen 17-Liter-Motors. Schon fast etwas wehmütig verlassen wir in Nea Peramos den Volvo FH16 Aero 780.

Als drittes Fahrzeug steht uns ein Volvo FH Aero Electric zur Verfügung. Gespannt setzt sich die Textverfasserin hinter das Lenkrad. Wird sie einen grossen Unterschied zum stärksten Dieselfahrzeug erfahren? Der Fahrerplatz aller Volvo FH ist sehr bequem und übersichtlich. Hier hat sich gegenüber dem Vorgänger nicht viel verändert. Leider auch nicht die schlechten Platzverhältnisse auf der Beifahrerseite. Bis zu 490 kW (667 PS) und ein I-Shift-Getriebe mit flexiblen Fahrmodi sorgen für hervorragende Fahrleistungen unter unterschiedlichsten Bedingungen. Die bevorstehende Etappe beinhaltet gleich nach den ersten paar Kilometern einen Anstieg von gut 200 Höhenmetern. Diese meistert der vollelektrische Volvo mit sechs Batteriepacks problemlos, aber der Unterschied zum 780 PS starken Dieselmotor merkt man trotzdem deutlich. Die Rekuperation direkt über das Bremspedal, oder durch maximal zweimaliges Antippen des Bremspedals, sowie mit dem Zusatzbremshebel funktioniert bestens. Mit dem One Pedal Drive in Stellung 1 kann das Rekuperieren, Rollen und Beschleunigen stufenlos mit dem Gaspedal gesteuert werden. Bei aktiver Funktion verzögern die Elektromotoren, wenn weder Bremse noch das Gas betätigt werden und laden dabei die Batterien auf. Berg ab kann so die Geschwindigkeit halten oder verringert werden.

Nach der vollendeten dritten Etappe muss die Textverfasserin bereits wieder die Heimreise antreten und auf die Probefahrt mit dem Volvo FM verzichten. Doch die drei Aero-Varianten waren beeindruckend und sehr zufriedenstellend. Das Zusammenspiel von Motor und Getriebe ist auch bei der neusten Volvo FH Generation makellos. Dies in Kombination mit all den Sicherheitssystemen macht die Fahrt mit dem Volvo FH Aero, FH16 Aero und dem FH Aero Electric zum Vergnügen.

Unterwegs für mmCH.online Rahel Cathomas  

 

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