PostAuto will bis 2040 lokal emissionsfrei unterwegs sein. Von der ernsthaft geprüften Variante mit Wasserstoff-Bussen für längere Strecken nimmt das Unternehmen Abstand.

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Wenn schon der Individualverkehr auf der Strasse in grossem Tempo elektrifiziert wird, sollte sich der öffentliche Verkehr dazu auch nicht allzu viel Zeit lassen. Das gilt besonders für die ÖV-Anbieter in den Städten, wo brummende Dieselbusse zunehmend für Irritationen sorgen. Doch auch PostAuto, das Unternehmen, das vielerorts die Agglomerationen mit dem Land verbindet, ist gefordert.

Der bei PostAuto für die Umstellung auf Elektroantriebe Zuständige, Mark Bögli, skizzierte nun bei Radio SRF, wie die Transformation geplant wird: Postauto ist heute mit etwa 2400 Bussen unterwegs. Bis Ende 2024 sollen die ersten 100 E-Busse in Betrieb sein. 2028 geht die letzte Bestellung für Dieselbusse raus. Für 2030 gilt das Ziel, 900 Busse mit alternativen Antrieben auf der Strasse zu haben. Und 2040, immerhin 134 Jahre nach Inbetriebnahme des ersten Postauto-Dieselbusses, soll die PostAuto-Flotte komplett fossilfrei sein.

Zu aufwendig in der Herstellung: Wasserstoff

Wie sieht es bei der Technologie-Wahl aus? Hier setzen die Gelbschwarzen inzwischen klar auf batterieelektrisch. Man habe ein Jahr lang einen Brennstoffzellen-Bus getestet und eine eigene Studie erstellt, nun sei die Richtung klar, so Bögli: Wasserstoff biete als Gesamtsystem eine denkbar schlechte Energieeffizienz. Ausserdem seien technische Fortschritte in der Batterietechnologie eher zu erwarten als bei der aufwendigen Wasserstoffherstellung. Deshalb sei er zuversichtlich, sagt Mark Bögli, dass mit modernen Akku-Stromern selbst längere Touren im Berggebiet zu schaffen sein werden.

Nicht nur technisch und ökologisch, auch ökonomisch ändern sich die Rahmenbedingungen. Böglis Prognose: «Die Preise für Dieselbusse werden steigen, sie werden zum Nischenprodukt, die Preise für E-Busse dürften (Skaleneffekte) hingegen sinken und zum Normalfall werden.»

Aargau, Graubünden, Jura

Elektrobusse sind für PostAuto unter anderem zwischen Brugg und Windisch unterwegs, ab Frühling 2023 auch in Graubünden. Seit Juni dieses Jahres ist zudem erstmals ein (20-plätziger) Elektrobus in Delémont, dem Hauptort des Kanton Jura unterwegs.

 

Quelle: https://www.srf.ch/audio/rendez-vous/postauto-will-kuenftig-batteriebetrieben

 

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